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BVKA-Jahrestagung 2019

27./28. Mai 2019
Hyatt Regency, Mainz

Pressemitteilung

Wir danken unseren Sponsoren sehr herzlich für die Unterstützung unserer Jahrestagung 2019!

BVKA sieht Versorgungsapotheken für Modernisierungsschub gerüstet


Mainz, 29.05.2019 - „Wir sind sehr aktiv, haben wichtige Erfolge erzielt und tun viel für unsere Patienten, auch wenn es uns nicht immer finanziell honoriert wird“, sagte Vorsitzender Dr. Klaus Peterseim in seinem Bericht über die Arbeit des Bundesverbandes klinik- und heimversorgender Apotheker, der sich verstärkt auch um die Palliativ- und die Substitutionsversorgung kümmert. Auf der BVKA-Jahrestagung (am Montag und Dienstag, 27. und 28. Mai, in Mainz) mochte Peterseim ein gewisses Erstaunen nicht zu verbergen über den Tatendrang des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, von dem er vor dessen Ministerzeiten einmal den Rat zu hören bekommen habe, politisch nicht mit zu vielen Bällen gleichzeitig in der Luft zu jonglieren. „Den Rat kann man ihm vielleicht jetzt zurückgeben“, bemerkte Peterseim trocken, sagte aber auch: „Minister Spahn kennt die Apotheken seit Beginn seiner politischen Tätigkeit vor 16 Jahren und weiß genau, wovon er spricht. Wichtig ist, dass man sich genügend Zeit nimmt, die Dinge umfassend, zukunftssicher und nachhaltig zu regeln, inhaltliche und juristische Sorgfalt sind hier wichtiger als Geschwindigkeit.“

Für den BVKA zählen dazu vor allem Themen wie Digitalisierung des Gesundheitswesens, Arzneimitteltherapiesicherheit, Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung oder Umsetzung der Fälschungsrichtlinie. Immer gehe es um passende Rahmen- und Arbeitsbedingungen und um Rechtssicherheit für die pharmazeutische Spezialversorgung, so auch derzeit bei der Gesetzgebung zur Stärkung der örtlichen Apotheken.

Die Versorgungsapotheker hält der BVKA-Vorsitzende für einen Modernisierungsschub in der Gesundheitsversorgung gut gerüstet. Ihnen biete die Digitalisierung die große Chance, die Versorgung der Patienten nachhaltig zu verbessern. Die zügige Einführung des E-Rezeptes wird begrüßt, dabei sei für den BVKA der elektronische Medikationsplan von besonderem Interesse, der, eingebunden in die elektronische Patientenakte und die Apotheken-EDV, die pharmazeutische Versorgung in Krankenhaus und Heim erheblich verbessern werde.

Bei der Umsetzung der EU-Fälschungsrichtlinie bei Arzneimitteln habe sich der BVKA erfolgreich dafür eingesetzt, für die von außen versorgenden Krankenhaus- und niedergelassenen Versorgungsapotheken die gleichen Regeln wie für die hauseigenen Krankenhausapotheken zu erreichen und zusammen mit dem Minsterium eine sinnvolle Lösung erarbeitet. Da immerhin 80 Prozent aller Krankenhäuser ohne eigene Krankenhausapotheke seien, habe das pragmatische Vorgehen bei der Richtlinienumsetzung im Hinblick auf Menge und Zeitpunkt einen entscheidenden Durchbruch für die praktische Arbeit gebracht. In Niedersachsen habe man nicht nur die sinnvolle Etablierung eines Stationsapothekers in Krankenhäusern erreicht, sondern vor allem auch dessen Integration in die reguläre pharmazeutische Krankenhausversorgung und die Anbindung an die Apotheke.

Der BVKA sieht sich innerhalb des Berufsstandes der Apotheker als der Verband, der die umfassendem Kenntnisse und Erfahrungen von Apotheken in der Spezialversorgung bündelt und miteinander vernetzt. Bis jetzt kümmert man sich um die pharmazeutische Klinik-, Heim-, Palliativ- und Substitutionsversorgung, weitere Gebiete können hinzukommen. Am zweiten Tag der Veranstaltung wurden viele unterschiedliche Themen in vier parallelen Symposien ausführlich diskutiert, dabei stand neben der Information der fachliche Austausch im Vordergrund.

Während zu den heimversorgenden mehr als 2.000 Apotheken zu rechnen sind, liegt die Zahl der Apotheken in der Palliativ- und in der Substitutionsversorgung bei einigen Hundert.

Ausrichtung und Politik des BVKA fanden die Bestätigung der Mitglieder in der vom Ehrenmitglied Walter Schneider geleiteten, einstimmigen Wahl des Vorstands. An der Spitze bleibt für zwei weitere Jahre Dr. Klaus Peterseim (Dom-Apotheke Essen). Ihm zur Seite stehen Karl-Heinrich Reimert (Marien-Apotheke Göttingen) und Achim Gondermann (Neue Amtsapotheke Bad Camberg) als stellvertretende Vorsitzende. Gondermann übernimmt das Amt vom dem nicht wieder kandidierenden Andreas Willmann (Rathaus-Apotheke Wilnsdorf). Michael Marxen (Kronen-Apotheke Wesseling) wurde als Schatzmeister, Christian Suter (Falken-Apotheke Gründau) als Schriftführer wiedergewählt.

Der BVKA ist insofern bald Geschichte, als er künftig Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) heißt. Die Umbenennung war naheliegend, seitdem der Verband vor drei Jahren sein traditionelles Aktionsfeld für die klinik- und heimversorgenden Apotheken um die Bereiche Palliativ- und Substitutionsversorgung erweitert hat. Der neue Name mit neuem BVVA-Logo wird einem bereits 2018 gefassten Beschluss entsprechend ab Mitte des Jahres nach der nun erfolgten Eintragung ins Vereinsregister und den erforderlichen Umrüstungen des Verbandsauftritts genutzt.

Zweck des Bundesverbandes der Versorgungsapotheker (BVVA) ist die Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen fachlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der selbstständigen Leiter öffentliche Apotheken, die sich auf die pharmazeutische Versorgung in besonders geregelten Versorgungsbereichen spezialisiert haben. Als Fachverband im Gesundheitswesen berücksichtigt er die mit der pharmazeutischen Versorgung verbundenen besonderen Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit und setzt sich für eine zweckmäßige, bedarfsgerechte, ortsnahe und wirtschaftliche pharmazeutische Versorgung und Betreuung der Patienten, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen auf qualitativ hohem Niveau ein.